Monatsbotschaft

Wer bin ich?


Wir sind offene, unendlich weite und leere Tempel, erfüllt mit leuchtender, göttlicher Präsenz. Das ist was wir wirklich sind.

Wenn wir unseren Tempel jedoch gefüllt mit allerlei Zeugs und mit geschlossenen Türen und Fenstern erleben, dann nennen wir unseren Tempel ein Haus und unser Zeugs „Identifikationen, Projektionen, Glaubenssätze, Selbstbilder, Vorstellungen, Hoffnungen und Sehnsüchte“ nennen wir Ich. Denn das Ich steht eben für all das uns so wichtige Zeugs, das unseren Tempel belagert. Verschwindet das Zeugs leuchtet ganz natürlich unser göttlicher Urgrund auf. Das nennt man dann Erwachen. Damit ist noch nichts erreicht, denn wie schnell sammelt sich doch all der Unrat von Neuem an. Unsere Tendenzen und Fähigkeiten scheinen uns nicht von alleine verlassen zu wollen. Das können sie auch nicht. Neben Einsicht benötigen wir eben auch noch Transformation und Integration. Doch Transformation und Integration sind nicht gar so schwierig, wenn wir uns nicht so hartnäckig an unseren Lieblingsvorstellungen festkrallen würden.
Zum Beispiel glauben wir mit felsenfester Überzeugung daran, dass die Geburt unseres Körpers der Beginn unseres Daseins und der Tod unseres Körpers unser Ende sei. Wir ignorieren mit Beharrlichkeit die Tatsache, dass wir von Moment zu Moment, mit jedem Atemzug sterben und wiedergeboren werden und dass unsere Welt, sowie all unser weltliches Erleben mit jedem Einschlafen und Aufwachen verschwindet und von Neuem wieder erscheint. Unser Wesen wechselt ständig zwischen Geborenwerden und Sterben hin und her, zwischen verschiedenen Arten von Sein und Nichtsein hin und her. Warum nur erkennen wir dies nicht?
Die Ursache liegt in dem Umstand begraben, dass wir uns mit unserem Körper identifizieren und daher auf der „Sein-Seite“ unseres Gewahrseins festgefroren bleiben. Die „Nicht-Sein-Seite“ unseres Gewahrseins wird tabuisiert und mit Angst überdeckt. Wenn wir erkennen, dass wir ganz natürlich und unspektakulär stets Sein sowie Nichtsein erfahren und mit unserem Wesen umfassen, sowie dass beide Zustände zu den gegebenen Naturgesetzen unserer dualen Erscheinungswelt gehören, so können wir einen großen Schritt tiefer ins Leben hinein vollziehen. Denn ohne die Integration des Sterbens können wir nicht umfassend, authentisch und total leben. Ohne totales Leben können wir auch nicht das ewige Leben erfahren, das die Grundlage und Essenz jeglichen Daseins bildet.
All die hunderttausend Erscheinungen unseres Erlebens sind und bleiben von Anbeginn stets leer. Jede Erscheinung trägt in ihrer Leere jedoch die Essenz unseres Wesens. Doch nur wenige Menschen wollen dieser Tatsache wirklich ins Auge sehen, denn sie ängstigt uns sehr und wir verdrängen sie so gut wir können. Doch damit verdrängen wir auch die lebensspendende Präsenz der Leere, welche die Essenz des Lebens in seiner ganzen Fülle bildet und bleiben dadurch innerlich wie tot und leer. Was für eine Tragik! Dies ist der Grund warum wir so vergeblich nach Sinn und Erfüllung im weltlichen Leben suchen und uns als umherirrende, nimmer satte Hungergeister erleben.

Wir sind offene, unendlich weite und leere Tempel, erfüllt mit leuchtender, göttlicher Präsenz. Das ist was wir wirklich sind.

In Liebe Saajid



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